Dan Flavin, Retrospektive

30. Dezember 2006

Die Pinakothek der Moderne verbietet Fotografen, in den Räumen der Dan Flavin-Retrospektive Bilder zu machen. Interessant daran: Nirgends wird erkennbar darauf hingewiesen, dass es ein Fotoverbot gibt. Auch nicht auf der Website zur Ausstellung.

Das Resultat: Im Minutentakt werden entgeisterte Besucher, die eine sehr sehenswerte Ausstellung fotografieren wollen, von krakeelenden Museumswärtern angegangen - unprofessionell.

Und wie kurzsichtig es ist!

Statt die Leute privat fotografieren zu lassen (=kostenlose PR), schickt man sie verärgert nach Hause.

11 Kommentare:



  1. Gustav Taag sagt:
    30. Dezember 2006 um 22:51

    So ist es mir bei einem STOPM-Konzert in Berlin gegangen. Aber das war auch nicht so fotografierenswert, wie ihr Foto (aus der Hüfte?) beweist.

    Bei Ihrer Kommentarfunktion, heiß *obligatorisch* nicht freiwillig?



  2. Fabian Mohr sagt:
    30. Dezember 2006 um 23:00

    Obligatorisch heißt: Wat mut, dat mut :)



  3. Gustav Taag sagt:
    30. Dezember 2006 um 23:38

    Jawoll, aber wünschen würde ich mir eine größere Herausforderung im Kopfrechnen!



  4. Fabian Mohr sagt:
    30. Dezember 2006 um 23:57

    Ich werd sehen, was sich machen lässt. Vielleicht was mit Pi.



  5. Michael Brächer sagt:
    1. Januar 2007 um 19:14

    Selbst wenn das Fotografieren nicht explizit verboten wird, kann die Veröffentlichung von Fotos, die Kunstwerke zeigen, ziemlich teuer werden. Die Künstler (Dan Flavin) hat ja die Reproduktionsrechte an seinem Kunstwerk - und damit evtl auch an Fotos davon. Dan Flavin ist übrigens auch bei der VG-Bildkunst eingetragen, d.h. die kann dir evtl. auch eine Rechnung schicken, wenn sie über diesen Eintrag stolpert.

    Ich finde das Foto super. Aber ich würde an deiner Stelle einen Juristen fragen, ob dir wirklich keine Probleme entstehen, wenn du es hier zeigst - sicherheitshalber.



  6. Fabian Mohr sagt:
    1. Januar 2007 um 20:55

    2 Euro/Monat hielte ich jetzt nicht für “ziemlich teuer”, vgl. dazu die Gebührenliste der Verwertungsgesellschaft BILD-KUNST für Online-Nutzung. Das würde ich, wenn es denn sein soll, gerne investieren. Und gerne auch einen Monat den doppelten Satz, der für Verwendung auf der Startseite erhoben wird.

    Dennoch - Museumsbesucher über das Ticket hinaus abzukassieren, weil sie ohne jede kommerzielle Absicht fotografieren, ist eine ungute Konstruktion. Denn

    - sie zahlen Eintritt, und nicht zu knapp (9,50 Euro)
    - sie machen kostenlose Werbung für die Ausstellung
    - sie machen, und das ist ein wichtiger Punkt, keine Geschäfte mit der Kunst von Dan Flavin

    Was mich aber eigentlich stört: Das alles ist für Besucher der Dan Flavin-Ausstellung nicht transparent. Weder auf der Website, noch auf der Eintrittskarte, noch beim Verkauf der Eintrittskarte wird man auf ein Fotoverbot hingewiesen. Ein Teil der Besucher wird später von Wärtern angesprochen, andere fotografieren ungestört und gehen mit ihren Bildern ahnungslos nach Hause. Das Ergebnis ist dann bspw. bei Flickr zu bestaunen.

    Es wäre absurd, wenn die Pinakothek der Moderne es nicht schafft, deutlich und unmissverständlich auf das - sonst unübliche - Fotoverbot hinzuweisen (so, dass es alle mitbekommen!) und die Besucher der Ausstellung das im nachhinein ausbaden. Dass die Pinakothek schlecht organisiert ist, sieht man ja an der gleichzeitig laufenden Schmuck-Ausstellung im Erdgeschoss: Da steht ein nicht zu übersehendes Schild mit durchgestrichener Kamera vor dem Eingang. Allerdings nur am Vordereingang. Besucher, die von hinten über die Architektur-Räume kommen, erfahren auch von diesem Fotoverbot nichts und werden beim Fotografieren der Schmuckvitrinen in Serie zusammengestaucht.

    Jede Nikolaus-Feier ist besser geplant.



  7. Gustav Taag sagt:
    1. Januar 2007 um 23:23

    Ich wäre auch eher für ein Blitzverbot, aber dazu muß man bereit sein, ein mündiges Publikum vorauszusetzen, wozu man allerwärts nicht bereit zu sein scheint, ich beobachte auch ein umsichgreifendes Fotografierverbot.
    Allerdings gehören wirklich diesen Digiknipsenknipser die Apperate aus der Hand geschlagen, wenn sie nicht mal den Blitz auszustellen vermögen.
    Ein Fotografierverbot finde ich unsouverän, Ihr Foto bspw. nutzt den geschaffenen Raum und die Farbgebung, ist aber in seiner Komposition etwas ganz eigenes. Und, daß ich bin darüber gestolpert, eher zufällig und hat mich auf Dan Flavin aufmerksam gemacht, never gehört zuvor.
    Wenn Sie irgendwann aufgefordert werden, für Verwertungsrechte zu zahlen, ich bin gerne bereit mich mit 10Euro daran zu beteiligen. Schicken Sie mir Ihre Kontonummer für den Fall.
    GTaag.



  8. Hartmut Ulrich sagt:
    2. Januar 2007 um 17:27

    Die miese Informationspolitik der Pinakothek scheint mir vor allem eine Frage schlechter bzw. nicht vorhandener Mitarbeiterkoordination. System hat das jedenfalls nicht: Mitarbeiter der Pinakothek bestätigten mir auf Nachfrage am Telefon, dass Fotografieren ohne Blitz kein Problem sei (es war die Olafur Eliasson-Ausstellung). Vor Ort verweigerten sie mir dann den Zutritt mit Kamera, auch mit Kleinkamera oder Fotohandy und wollten von einer Erlaubnis nichts wissen, in der Ausstellung sei Fotografieren GRUNDSÄTZLICH VERBOTEN! Einen Tag später sehe ich dann Fotografen mit dicken Spiegelreflexkameras in der Ausstellung, und jeder Besucher hält ungeniert ein anderes Knipsgerät ins Licht…



  9. Hartmut Ulrich sagt:
    2. Januar 2007 um 17:37

    Darf ich noch ergänzen: Weil die Pinakothek funktioniert wie eine Behörde, empfinden ihre Bediensteten Publikumsverkehr im Grunde genommen als unerwünschte Belästigung. Zumindest bekommt das so mancher Besucher sehr deutlich zu spüren. Bis sich mit einem solch verkrusteten Apparat darüber diskutieren lässt, ob ein neues digitales Kunstverständnis den Remix nicht nur dulden, sondern um der Kunst willen sogar erlauben und fördern sollte, vergehen wohl noch 20 Jahre…



  10. Fabian Mohr sagt:
    2. Januar 2007 um 17:50

    Ich habe bei Olafur Eliasson an der Kasse gefragt, ob ich fotografieren darf - kein Problem. Es ist mir ausdrücklich erlaubt worden. Wie man hört, war es aber auch da ein ziemliches Durcheinander. Ob man fotografieren durfte oder nicht - Lotterie. Um der Pinakothek nicht Unrecht zu tun, sollten wir hinzufügen, dass Eliasson im Kunstbau des Lenbachhauses zu sehen war, ein städtisches Museum. Im Lenbachhaus selbst fiel mir schon 1,2 mal auf, dass man beim Abreißen der Karte sehr genaue Ansagen bekommt, was fotografiert werden darf und was nicht. Immerhin.



  11. Hartmut Ulrich sagt:
    2. Januar 2007 um 18:14

    Stimmt, Eliasson war im Kunstbau des Lenbachhauses - direkt erreichbar über die Website der Pinakothek (www.pinakothek.de) aber auch mit eigenem Auftritt (www.lenbachhaus.de).

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