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Im Frühjahr vergangenen Jahres habe ich für ARD.de zwei Tage im Klinikum rechts der Isar in München den Alltag von Krebs-Patienten fotografiert.
Sagen wir so: Ich habe es versucht.
Obwohl die Serie mit 24 Bildern in meinen Augen solide Arbeit war (hört sich komisch an, wenn man das über eigene Fotos sagt, aber mir fällt gerade kein anderes Adjektiv ein… es ist nicht überheblich gemeint), bin ich selber nie richtig zufrieden gewesen. Ich konnte aber auch nicht genau sagen, warum.
Mir hat nie ein erfahrener Fotograf erklärt, wie man handwerklich an eine Reportage herangeht. Wenn einen Bauchgefühl allein nicht weiterbringt, merkt man, was altmodisches Handwerk hin und wieder wert wäre.
Jetzt, mit Abstand, kann ich genauer sagen, was mich stört. Es stecken viel zu viele Aspekte in der Fotostrecke: unzählige Ärzte und Patienten, Visite, Besprechungen, Behandlungen, Labor, Strahlentherapie, Chemo, Bürokratie. Alles irgendwie clean. Es wäre besser gewesen, nur einen Patienten zu begleiten (vielleicht auch einen Arzt, oder beide). Und ich muss einfach viel mehr Zeit in eine Reportage investieren.
Zwei Tage sind - nichts.
Vor wenigen Tagen die Bekanntgabe der Pulitzer-Preisträger für 2007. Als ich die Fotostrecke von Renée C. Byer über den langsamen Krebs-Tod eines Teenagers sah, da war das wie vor vielen Jahren, als ich die Musiker-Fotos von Anton Corbijn entdeckte. Man hat dann wieder etwas vor Augen für die kommenden Jahre, eine Ahnung, was wirklich gute Fotografie ist.
Und wie weit der Weg noch ist.