Sich im Kreis drehen: Google Maps Street View

30. Mai 2007

Interaktive Karten sind eines der wichtigsten Tools, mit deren Hilfe multimedial arbeitende Reporter in den kommenden Jahren ihre Geschichten erzählen werden. Heute hat Google Maps für mehrere US-Städte (San Francisco, New York, Las Vegas, Miami, Denver) ein Feature vorgestellt, das für Fotografen wie Online-Journalisten interessant ist: 360-Grad-Fotografien, die als Ergänzung zu Straßenkarten und Satellitenfotos eingeblendet werden können.

Nun sind solche Panoramen nicht neu - punktuell werden sie schon seit Jahren produziert. Das wirklich bahnbrechende ist die lückenlose Dichte, mit der Google ganze Straßennetze in 360 Grad abfotografiert hat.

Ein kleines Beispiel, wie dieses Street View-Feature für Fotografen relevant werden kann: Vor zwei Jahren war ich bei der Bundestagswahl in San Francisco - die erste Hochrechnung gab es um 9 Uhr morgens Ortszeit im Fernsehraum des Goethe-Instituts.

election party, goethe-institut

Als ich später dieses Foto von der etwas schleppenden “Wahlparty” in Flickr auf der Karte eintragen wollte, war mir nicht mehr klar, wo das Goethe-Institut exakt liegt. Bush Street, unteres Ende. Wo genau, welche Ecke? Da musste ich raten. Mit Google Maps Street View bin ich die Bush Street eben schnell abgelaufen, nach 2,3 Minuten und ein paar Drehungen stand ich vor dem Goethe-Institut. Street View ist (oder wird eines Tages) also eine echte Hilfe, um Fotos nachträglich korrekt zu geocodieren.

Auch sonst fallen einem viele Dinge ein, die man mit Street View anfangen könnte. “Locations” vorher ansehen. Artikel über Stadtviertel mit Deeplinks zu Panorama-Aufnahmen “bebildern”.

Oder einfach rumgehen. Und gucken, was so los ist.

Wer sich für interaktive Karten interessiert und tiefer in die Materie einsteigen will - es gibt einige lesenswerte Blogs:

Google Earth Blog
Google LatLong
Google Maps Mania
Google Karten

5 Kommentare:



  1. rajue sagt:
    30. Mai 2007 um 05:47

    Hallo, es gibt noch einen sehr eleganten Weg, sich das Geotagging etwas einfacher zu machen (um sich Suchen in den Maps zu ersparen); man führt einfach einen kleinen GPS-Logger mit sich auf den Fotowalks. Ich bin das gerade am testen und den ersten Artikel dazu habe ich auch bereits im Blog (http://www.photoappar.at/blog/?p=68). Grüße!



  2. Hartmut Ulrich sagt:
    30. Mai 2007 um 14:08

    Das ist ein irre faszinierendes Thema - meine ersten Erlebnisse mit Google Earth und Google Maps haben in meinem Hirn was ausgelöst wie ein winziger LSD-Storm: Bewusstseinserweiterung auf einen Schlag und ein Bündel von Ideen, gemischt mit nachdenklichen Gefühlen über die Schattenseiten dieser Technologie.

    Das mit den Geotagging-Gadgets in der Tasche finde ich in der Handhabung derzeit noch zu unkomfortabel. Außerdem funktioniert es nicht überall (zum Beispiel nicht unter Wasser). Man kommt selten drumrum, manuell nachzuarbeiten - was ja in der Regel sowieso geschieht, beim Auswählen, Archivieren und Taggen. Mein Wunsch wäre eine Ergänzung für die Kamera, die dann schon bei Bestellung fest ins System integriert ist wie ein Blitz und die Geodaten sofort mit in die Bilddatei ablegt.



  3. Fabian Mohr sagt:
    30. Mai 2007 um 22:38

    @rajue: Hört sich interessant an, vor allem weil es nicht darauf basiert, dass man an bestimmten Orten die Geodaten bewusst festhält (das vergisst man garantiert immer wieder mal), sondern dass es konstant “mitläuft”. Mich interessiert bei deinem Praxisbericht, ob die genaue Verbindung zwischen Geodaten, Uhrzeit und passendem Foto gelingt.. gerade wenn man an einem Tag viel unterwegs ist, bspw. irgendwo auf dem flachen Land ohne Adressen etc., da wäre das dann schon sehr spannend.

    @Hartmut: Ja, so was in der Kamera “drin”, des wär a Traum. Ist das ein Platzproblem? Wenn es so groß wäre wie zB. die Extraakkus, die man unten an eine Kamera ranhängen kann, würde ich es definitiv in Kauf nehmen - solange es beim Fotografieren nicht im Weg ist.



  4. Tim L*illing sagt:
    31. Mai 2007 um 12:57

    @Hartmut: Geotagging im Wasser? Du hast Sorgen.

    Für Nikon (*hehe*) gibt es ein paar Drittanbieter die halbintegrierte Lösungen anbieten (GPS beispielsweise statt Blitz aufsteckbar und daher wenig störenden); sicherlich gibt es da auch schon was für Canon.

    // Manual TB und noch ein paar neue Spielereien von Tante G.

    http://www.dokufoto.de/nachric.....eiten-679/



  5. Andreas Gehret sagt:
    31. Mai 2007 um 14:29

    Wenn in einem Blackberry 8800 ein GPS-Empfänger reinpasst, dann kann man sowas in einer High-End Kamera ganz locker noch unterbringen. Technisch kann das kein Act sein eine Kamera mit integriertem GPS-Empfänger zu bauen.

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