Erste Gehversuche mit einem binauralen Mikrofon

4. Juni 2007

Die Suche nach einem passenden und bezahlbaren Mikrofon für unterschiedliche Aufnahmesituationen kann schon Nerven kosten. Für Interviews nutze ich inzwischen das Sony ECM-MS907, für Außenaufnahmen und Atmo bisher das Sony ECM-DS70P. Keine Ahnung, wie ich es genau kaputtgemacht habe, vermutlich in Gedanken draufgestiegen - jetzt ist das DS70P etwas eingedellt, der Sound setzt auf einem Kanal öfter aus. Schade. Gutes, vielseitiges Mikrofon, dabei erschwinglich.

Bei dieser Gelegenheit bin ich auf ein binaurales Mikrofon umgestiegen - das OKM II von Soundman. Vorgeschichte: Field Recording fasziniert mich schon lange. Ich bin ein Fan von One Minute Vacations und hatte das große Vergnügen, Aaron Ximm am Ende der Welt zu treffen. Ximm arbeitet vorwiegend mit binauralen Mikrofonen - sie werden wie kleine Kopfhörer in die Ohren gesteckt und können dadurch ziemlich exakt das räumliche Gefühl widergeben, das auch Menschen beim natürlichen Hören empfinden. Ein längerer Artikel dazu bei Wikipedia.

Heute Nachmittag bin ich auf dem Rückweg vom Musikgeschäft mit dem neuen Mikro kurz durch den Supermarkt gegangen - das MP3 können Sie hier herunterladen. Kein Meilenstein der Tontechnik, nur ein Test. Tipp: Augen zu und Kopfhörer.

Erster Eindruck: Wunderbares Mikrofon, um Atmo aufzunehmen - dabei unauffällig. Da man kein Mikro in der Hand hält, registriert auch niemand, dass die Aufnahme läuft. Ein Nebenaspekt ist Etikette: Man sollte überlegen, was man aufnimmt und was man dann von dem, was mitgeschnitten wurde, letztendlich veröffentlicht.

Tipp, nebenbei: The Free Sound Projekt, ein Schallarchiv unter Creative Commons. Sehr fein.

3 Kommentare:



  1. Hans Baumgartner sagt:
    6. Juli 2008 um 14:41

    Hallo; was sagst Du denn zu dem enormen Grundrauschen, welches das OKM erzeugt - ich finde mein OKMII Klassik (mit Adapter) daher “ziemlich unbrauchbar” - nimm mal einfach hintergrundgeräusche draußen auf (Vögel, Stimmen, etc. z.B. vom Balkon/Garten aus) - und das bei dem Preis…



  2. Fabian Mohr sagt:
    10. Juli 2008 um 10:36

    Hans: Ich habe bei mir kein Rauschen in den Aufnahmen, jedenfalls keines, das auffallen würde. Ich weiß jetzt aber nicht, welche Hardware du sonst noch verwendest und welche Settings… von daher schwer zu beurteilen für mich.



  3. Simon Brunke sagt:
    17. März 2009 um 14:48

    Danke für den Tip “one minute vacation”….sehr interessant!!

    Ich selber habe mir vor einem Jahr das H4 von Zoom gekauft und wollte mir nun die OKM II Mics anschaffen. Der Grund dafür ist eine Aufnahme in den Karpaten gewesen, in dem ich selber sehr viel gehört, mit dem H4 und den eingebauten Mics allerdings fast nur Rauschen aufgenommen habe. Das war sehr enttäuschend
    :(
    Vögel, Bienen etc. sind sehr gut zu hören, wenig Rauschen. Man sollte das ENORME Rauschen der Blätter übrigens auch nicht unterschätzen Hans^^

    Gruß,

    Simon

Einen Kommentar schreiben

Bitte lesen Sie die Regeln für Kommentare.

(obligatorisch - gegen Spam)