Da hier auch ein paar N95-User mitlesen: Mit dem Location Tagger (Beta) von Nokia kann die integrierte GPS-Funktion zum Geocodieren von Handyfotos verwendet werden (N82, N95, E90).
So funktioniert es: Das Programm starten, nach ein paar Augenblicken ist die Satellitenortung da. Dann losfotografieren - beim N82 signalisiert ein kleines grünes Kästchen, dass die GPS-Lokalisierung aktiv ist. Die Koordinaten werden in die Exif-Daten des Bildes geschrieben und können bspw. auf einer Online-Karte angezeigt werden. (Flickr-User müssen dazu kurz mit einem Klick bestätigen, dass sie Exif-Geodaten auslesen lassen wollen.)
Auf Dauer würde man Location Tagger wohl nicht mitlaufen lassen, wenn das Handy eingeschaltet wird; es ist aber sehr praktisch, um in Niederbayern und anderswo am Ende der Welt zu fotografieren, ohne sich immer die exakten Orte merken zu müssen (das Foto oben auf der Flickr-Map ansehen). Da die Positionen in den Exif-Daten festgeschrieben sind, kann man das ggf. auch Wochen danach noch erledigen. An fremden Orten hat man dann oft schon wieder vergessen, wo genau die Ecke war.. Hell, in Marrakesch habe ich noch am gleichen Abend auf dem Stadtplan nicht mehr die Gassen gefunden, in denen ich mich am Nachmittag verlaufen hatte..
Nachtrag: Wer ganze Touren aufzeichnen will, sieht sich vielleicht auch Sports Tracker etwas näher an.
Wenn das Nokia 6310i nicht so ein angenehmes, zuverlässiges Handy gewesen wäre, ich hätte vielleicht eher nachgerüstet. Aber ein Gerät, das dich fünf Jahre lang nie hängen lässt, wird dann doch so was wie ein Freund.
Der Freund liegt jetzt im Regal.
Die letzten Wochen habe ich hin- und herüberlegt, welches Handy danach kommt. WLAN, GPS, Quadband und eine sehr solide Fotokamera waren wichtige Kriterien, dazu lieber Symbian als Windows Mobile. Das iPhone kam nicht in Frage - auch wenn Design und Interface außergewöhnlich sind. Die Bindung an T-Mobile, ein Akku, der sich nicht schmerzfrei wechseln lässt, dazu keine Video-Funktion, kein UMTS… und einen zweiten iPod (dazu einen mit so wenig Speicher) brauche ich ohnehin nicht.
Um ein Haar wäre es das Nokia N95 geworden. Wenn ich mich nicht erinnert hätte, wie ich im Sommer 2006 während der WM ein paar Wochen mit einem N70 unterwegs war - der Akku dauernd leer, WLAN extrem hakelig. “N95 Akku leer” googeln ist da auch nicht ermutigend.
Ich habe mich schließlich für das N82 entschieden - und bin nach den ersten Tagen mehr als angetan. Die Kamera mit 5 Megapixel und Carl-Zeiss-Objektiv macht feine Bilder.
Die Videoqualität ist für ein Handy völlig in Ordnung (nach ein paar Monaten mit einer HD-Kamera kann man über so etwas nicht mehr unvoreingenommen urteilen). Was mich aber besonders fasziniert, sind mobile Karten. Nicht so sehr die vorinstallierten Nokia-Maps. Aber Google Maps Mobile ist einfach groß. Etwa die Funktion “Mein Standort”: Aus der Entfernung zu den nächsten Sendemasten wird eine ungefähre Position errechnet und als kreisförmiger Layer über die Karte gelegt. Das ist zwar nicht extrem genau und kann schon mal einige Blocks danebenliegen. Aber die “Neighborhood” wird immer getroffen und zielgenauer als die Postleitzahl ist es allemal.
Beim N82 kann man dann GPS zuschalten. Es dauert einige Momente, bis die Satellitensignale richtig erfasst werden - doch dann wandert die Positionsmarke bis auf wenige Meter genau an den aktuellen Aufenthaltsort. Reine Magie.
WLAN, noch dazu wenn es wie beim N82 unkompliziert und stabil läuft, ist ein Geschenk des Himmels. Irgendwo ist immer ein WLAN, an das man sich ranhängen kann - zuhause und im Job sowieso, aber oft genug auch unterwegs. Das N82 läuft deshalb bei mir zum Telefonieren ganz unspektakulär über Simyo ohne Vertragsbindung; mobiles Internet via WLAN. Als Fallback-Lösung, wenn man ganz dringend Internetzugang braucht, kann man immer noch die Daten über Simyo (=E-Plus) ziehen. Ich muss aber nicht immer “on” sein; mir reicht es im Moment, wenn ich 2,3 mal am Tag mobil ins Netz gehen kann.
In den nächsten Monaten werde ich das N82 bei Reportagen als Ergänzung zur normalen Foto- und Videoausrüstung mitnehmen. Sehr praktisch ist aber auch, dass ich jetzt rund um die Uhr Fotos und Videos in annehmbarer Qualität aufnehmen kann, ohne das ganze Highend-Zeug rumzuschleppen. Es kommt oft vor, dass man ohne Kamera unterwegs ist - und genau dann passieren die kleinen, schönen Dinge.
Demnächst schreibe ich vielleicht auch ein paar Zeilen über mobile Websites. Ein eigener Kosmos, den ich in den vergangenen Jahren intensiver hätte beobachten sollen. Egal, dann halt jetzt. Mehr dazu, wenn ich einen etwas besseren Überblick habe. Mich interessieren nicht allein die Standards (z.B. Nachrichten, Börse, Wetter, Locations-Tipps), sondern besonders auch die unkonventionellen Angebote; mobiles Storytelling und Multimedia, das über Video-Streaming hinaus geht. Wer Tipps hat - sehr gerne in die Kommentare.
Nachtrag: Wer dicke Finger hat, sollte das N82 nicht kaufen. Die Tasten sind unfassbar klein.
In mehreren Blogs läuft zur Zeit eine Debatte, mit der sich (auch angehende) Multimedia-Journalisten dringend auseinandersetzen sollten. Es geht, stark verkürzt, um die Frage, ob man Geld und Zeit für Schulungen in Leute investieren soll, die nicht aus eigenem Antrieb heraus den Weg ins multimediale Netz finden. Zunächst die Links:
Mir geht es sehr ähnlich wie Mindy McAdams. Ich bin hin- und hergerissen. Einerseits habe ich selbst erlebt, dass man Journalisten durch Schulungen ein gutes Stück voranbringen kann. Und es macht großen Spaß, sie dann auf ihrem weiteren Weg zu beobachten.
Mein Verdacht ist nur - diese Leute sind sowieso gut, die hätten ihren Weg auch jederzeit ohne mich oder irgendwen sonst gefunden. Weil sie neugierig sind, weil sie ein ganz eigenes Mindset haben.
Die Sorte Journalist, die sich z.B. in jeder freien Minute in die Videoredaktion schleicht.
Bei anderen hat man eher den Eindruck, sie wollen einfach nur in Ruhe gelassen werden. Bitte keine multimedialen Spielereien. Nicht noch mehr “lernen müssen”.
Schwierig. “You can’t just fire everybody”, sagt Mindy McAdams. Es ist auch weltfremd, von Onlinejournalisten, die im Tagesgeschäft extrem eingespannt sind (und das sind viele wirklich), noch großes Storytelling zu erwarten.
Ein Ableger dieser Diskussion betrifft die Journalisten in Ausbildung. Hier, und da bin ich voll im Lager der Extremisten, kann es einfach keine Kompromisse mehr geben. Leute, die mit Mitte/Ende 20 auf die Frage, was Sie bisher so im Netz gemacht haben, mit “StudiVZ” antworten, sind unqualifiziert.
Ich denke nicht, dass jeder Jungjournalist ein Blog haben muss. “Muss” ist bei Blogs sowieso schon der Anfang vom Ende. Aber wenn Kandidaten kein Blog haben, noch nie privat ein Video geschnitten haben, wenn ihnen zu Flickr oder Twitter nichts einfällt, wenn sie Magnum für eine Eissorte halten - wenn das alles zusammenkommt, dann sind sie als Volontäre oder Journalistenschüler in meinen Augen einfach fehlbesetzt. Der Klotz am Bein von morgen.
Der korinthenkackerische Part in mir meint, man müsse Vuvox noch ein paar Monate geben, bis sie auch die Feinheiten geradegebogen haben. Geschenkt. Vuvox ist eine faszinierende Tool-Kiste, um aus Fotos, Videos, Text und Audio kleine Köstlichkeiten zu bauen.
Im Moment dilettiere ich mit “Collage”, eine Online-Applikation, mit der multimediale Panoramen erstellt werden. Sehr nett, vor allem die narrensicheren Maskierungswerkzeuge (es ist übrigens nicht so leicht, nicht peinliche Panoramen zu bauen). Auf Vuvox gibt es auch einfachere Spielereien, ruhig ausprobieren.