Vibrationsalarm
26. Januar 2008Wenn das Nokia 6310i nicht so ein angenehmes, zuverlässiges Handy gewesen wäre, ich hätte vielleicht eher nachgerüstet. Aber ein Gerät, das dich fünf Jahre lang nie hängen lässt, wird dann doch so was wie ein Freund.
Der Freund liegt jetzt im Regal.
Die letzten Wochen habe ich hin- und herüberlegt, welches Handy danach kommt. WLAN, GPS, Quadband und eine sehr solide Fotokamera waren wichtige Kriterien, dazu lieber Symbian als Windows Mobile. Das iPhone kam nicht in Frage - auch wenn Design und Interface außergewöhnlich sind. Die Bindung an T-Mobile, ein Akku, der sich nicht schmerzfrei wechseln lässt, dazu keine Video-Funktion, kein UMTS… und einen zweiten iPod (dazu einen mit so wenig Speicher) brauche ich ohnehin nicht.
Um ein Haar wäre es das Nokia N95 geworden. Wenn ich mich nicht erinnert hätte, wie ich im Sommer 2006 während der WM ein paar Wochen mit einem N70 unterwegs war - der Akku dauernd leer, WLAN extrem hakelig. “N95 Akku leer” googeln ist da auch nicht ermutigend.
Ich habe mich schließlich für das N82 entschieden - und bin nach den ersten Tagen mehr als angetan. Die Kamera mit 5 Megapixel und Carl-Zeiss-Objektiv macht feine Bilder.

N82-Foto in der Großformat-Version ansehen | © Fabian Mohr

N82-Foto in der Großformat-Version ansehen | © Fabian Mohr

N82-Foto in der Großformat-Version ansehen | © Fabian Mohr

N82-Foto in der Großformat-Version ansehen | © Fabian Mohr
Die Videoqualität ist für ein Handy völlig in Ordnung (nach ein paar Monaten mit einer HD-Kamera kann man über so etwas nicht mehr unvoreingenommen urteilen). Was mich aber besonders fasziniert, sind mobile Karten. Nicht so sehr die vorinstallierten Nokia-Maps. Aber Google Maps Mobile ist einfach groß. Etwa die Funktion “Mein Standort”: Aus der Entfernung zu den nächsten Sendemasten wird eine ungefähre Position errechnet und als kreisförmiger Layer über die Karte gelegt. Das ist zwar nicht extrem genau und kann schon mal einige Blocks danebenliegen. Aber die “Neighborhood” wird immer getroffen und zielgenauer als die Postleitzahl ist es allemal.
Beim N82 kann man dann GPS zuschalten. Es dauert einige Momente, bis die Satellitensignale richtig erfasst werden - doch dann wandert die Positionsmarke bis auf wenige Meter genau an den aktuellen Aufenthaltsort. Reine Magie.
WLAN, noch dazu wenn es wie beim N82 unkompliziert und stabil läuft, ist ein Geschenk des Himmels. Irgendwo ist immer ein WLAN, an das man sich ranhängen kann - zuhause und im Job sowieso, aber oft genug auch unterwegs. Das N82 läuft deshalb bei mir zum Telefonieren ganz unspektakulär über Simyo ohne Vertragsbindung; mobiles Internet via WLAN. Als Fallback-Lösung, wenn man ganz dringend Internetzugang braucht, kann man immer noch die Daten über Simyo (=E-Plus) ziehen. Ich muss aber nicht immer “on” sein; mir reicht es im Moment, wenn ich 2,3 mal am Tag mobil ins Netz gehen kann.
In den nächsten Monaten werde ich das N82 bei Reportagen als Ergänzung zur normalen Foto- und Videoausrüstung mitnehmen. Sehr praktisch ist aber auch, dass ich jetzt rund um die Uhr Fotos und Videos in annehmbarer Qualität aufnehmen kann, ohne das ganze Highend-Zeug rumzuschleppen. Es kommt oft vor, dass man ohne Kamera unterwegs ist - und genau dann passieren die kleinen, schönen Dinge.
Demnächst schreibe ich vielleicht auch ein paar Zeilen über mobile Websites. Ein eigener Kosmos, den ich in den vergangenen Jahren intensiver hätte beobachten sollen. Egal, dann halt jetzt. Mehr dazu, wenn ich einen etwas besseren Überblick habe. Mich interessieren nicht allein die Standards (z.B. Nachrichten, Börse, Wetter, Locations-Tipps), sondern besonders auch die unkonventionellen Angebote; mobiles Storytelling und Multimedia, das über Video-Streaming hinaus geht. Wer Tipps hat - sehr gerne in die Kommentare.
Nachtrag: Wer dicke Finger hat, sollte das N82 nicht kaufen. Die Tasten sind unfassbar klein.
