Routen mit Handy und GPS “tracken”

2. Februar 2008

screenshot: nokia sports tracker displayed on google earth
Google Earth: Screenshot in der Großformat-Version ansehen

Der erwähnte Sports Tracker von Nokia hat sich beim ersten Feldversuch als sehr brauchbar erwiesen. Wie immer bei GPS dauert es ein paar Momente, bis das Signal steht. Doch dann kann man ganz normal losgehen und die Aufzeichnung läuft stabil. Hat man seine Tour beendet, kann man sich bspw. ein KML-File ausgeben lassen, es auf Google Earth anzeigen lassen und bei Bedarf dort weiterbearbeiten. Im Screenshot erkennt man, dass die zivile Version von GPS nicht auf den Meter genau arbeitet - der Autor ist nicht, wie der Verlauf der gelben Linie suggeriert, sturztrunken in Schlangenlinie durch Schwabing-West geirrt (jedenfalls nicht heute). Hier und da weicht die GPS-Ortung einige Meter von der realen Position ab. Aber die Straße als solche wird immer richtig lokalisiert.

Dass Nokia dieses Tool “Sports Tracker” genannt hat, liegt wohl an der Zielgruppe, von der man sich die meisten “Adopter” erhofft. Aber auch Journalisten können mit GPS-Tracking eigentlich sehr interessante Dinge machen - etwa einen Tag im Leben eines wahlkämpfenden Politikers “mittracken” und das abenteuerliche Kilometer-Pensum anschließend auf einer Karte visualisieren. Oder Reportage-Touren dokumentieren. Oder Knut und Flocke ein N82 hinter die Ohren tackern.

6 Kommentare:



  1. Christian Baron sagt:
    3. Februar 2008 um 12:20

    sieht eher aus wie die spur eines “kneipen-trackers” :)
    aber im ernst: das ist genau das, was ich am iphone vermisse! die google earth-einbindung ist zwar grossartig, die lokalisierungsfunktion jedoch lässt zu wünschen übrig… es fehlt halt ein richtiges gps!



  2. Hartmut Ulrich sagt:
    3. Februar 2008 um 21:12

    Was die Genauigkeit betrifft, liegst Du richtig - die Ursache ist aber nicht das Militär: Schon vor zwei oder drei (?) Jahren hat der US-Kongress beschlossen, das GPS-Programm nur dann weiter mit US-Steuergeldern zu unterstützen, wenn die zivile Nutzung weiter sichergstellt sei - und zwar mit maximaler technischer Genauigkeit. Tatsächlich hängt die Abweichung damit zusammen, dass die Satelliten keinen exakten Punkt bestimmen können, sondern einen Kreis: Sagt das Gerät “5m”, weicht die Messung nicht etwa im Schnitt 5m ab, wie die meisten Anwender glauben. 5m sagt, dass sich die Messung mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 bis 90 Prozent in einem Umkreis von 5 Metern befinden wird. Die tstächliche Abweichung liegt also höher.

    Genauere Messungen ergeben sich nur aus dem sog. Mitteln: Dann muss man an einer Stelle stehend mehrere Messungen durchführen und die Ergebnisse im Durchschnitt betreachten. Je mehr Messungen dieser Art egtan werden, um so höher ist die Wahrscheinlichkeit einer exakten Messung. Genauer als rund 10 m wird das GPS aber nur äußerst selten, was aber heute nichts mehr mit einer vom Militär beabsichtigten Ungenauigkeit zu tun hat - sondern unter anderem daran, dass man bei der Bestimmung der Erdoberfläche mit Näherungswerten arbeitet: Die Messungen sind zwar exakt, die Übertragung auf einen Punkt auf der Erde ergibt den Fehler (Die Erde ist kein symmetrischer Körper, sondern eine sehr verdrückte Erbse. Aufgrund der Modellrechung sind genauere Messungen als etwa 10-15 Meter-Kreise nicht drin…) Wenn ich’s recht verstanden habe…



  3. Fabian Mohr sagt:
    3. Februar 2008 um 21:26

    Danke für die Info, ich von früher hatte noch vage im Hinterkopf, dass die zivile Variante bewusst etwas ungenauer gehalten wird… wer sich in das Thema GPS vertiefen will:

    http://de.wikipedia.org/wiki/G.....ing_System
    http://www.weltderphysik.de/de/5946.php



  4. Hartmut Ulrich sagt:
    4. Februar 2008 um 10:38

    Die Links sind toll, besonders die gut verständliche Erläuterung der physikalischen Grundlagen! Ebenfalls danke dafür.

    Jetzt bräuchten wir nur noch einen kleinen Textbeitrag, auf welche Weise moderne GPS-Geräte ihre Positionsdaten nach einigen Stunden bestimmen bzw. nach welchem Prinzip das GPS-System mit regelmäßig aktualisierten Satellitendateien arbeitet sowie einen Text über Georeferenzierung mit ein paar Sätzen zu topografischen Karten, der Korrektur von Gitterwabweichungen und den verschiedenen internationalen Kartenstandards, dann wäre das Grundlagenseminar über Navigation komplett… ;-)



  5. Fabian Mohr sagt:
    4. Februar 2008 um 12:06

    Mit anderen Worten: Es fehlt ein Blog zum Thema :)



  6. Hartmut Ulrich sagt:
    4. Februar 2008 um 16:24

    Tatsächlich. Es gibt soooo viele gute Ideen für Blogs, die es noch nicht gibt… ;-)

Einen Kommentar schreiben

Bitte lesen Sie die Regeln für Kommentare.

(obligatorisch - gegen Spam)