Sharing something unique in a whisper, sort of
Autor: Fabian Mohr | 28. April 2008 | Bisher 2 Kommentare
N82-Foto in der Großformat-Version ansehen | © Fabian Mohr

N82-Foto in der Großformat-Version ansehen | © Fabian Mohr
Da ich gerade die Portfolio-Galerie etwas aufgefrischt und umgestellt habe, der Hinweis auf PictoBrowser: Ein sehr nettes - und kostenloses - Galerie-Tool, das man mit einem Flickr-Account füttert. Da Flickr bis zu 200 Bilder in der Free-Version anzeigt, kann man sich seine Galerie somit umsonst erstellen und hosten lassen. Optimal, wenn man etwa zwischen 8 und 48 Bilder zeigen will.
Das Procedere:
Flickr-Account anlegen
Fotos hochladen
Set anlegen
PictoBrowser Builder starten
Flickr-Usernamen eingeben
Set auswählen, der in der Galerie angezeigt werden soll
Galerie konfigurieren (Breite, Höhe, Hintergrund, Alignment etc.)
HTML-Code in das eigene Blog oder auf die eigene Website kopieren (Wordpress-User: Es ist kein Plugin erforderlich, das Code-Snippet einfach in das Textfeld eines Artikels oder einer Seite einfügen)
Fertig.

N82-Foto in der Großformat-Version ansehen | © Fabian Mohr
Wer die eingebaute GPS-Funktion beim Nokia N82 mit der Fotokamera verknüpfen wollte, um seine Bilder mit Geocodierung zu versehen, musste dafür bislang ein kleines Zusatzprogramm, den Location Tagger, starten. Nicht mehr - die aktualisierte Firmware des N82 hat Geocodierung gleich mit eingebaut. Mehr dazu bei Symbian Freak.
Man aktiviert es lediglich einmal in den Kamera-Einstellungen und muss sich danach nicht weiter um die Geocodierung kümmern.
Startet man die Kamera, sucht das N82 automatisch im Hintergrund die GPS-Verbindung, ortet die Position (was im Freien zügig geschieht) und fügt die entsprechenden Daten in das Foto ein. Bilderdienste wie Flickr, die Geocodes unterstützen, generieren daraus automatisch Foto-Karten. In diesem Beispiel ist das oben gezeigte Foto eingebunden (heute aufgenommen und mit der neuen Methode geocodiert).
Drei kurze Gedanken:
1) Geocodierung von Fotos wird langsam Mainstream (gut so).
2) Die Hersteller von Spiegelreflexkameras müssen in die Gänge kommen; wer sich an simple Geocodierung gewöhnt hat, will sie nicht mehr missen.
3) Was ist mit Video und Geocodierung? Wenn ich an unterschiedlichen Orten drehe, wäre ein automatisch generiertes KML-File mit Route mehr als praktisch.
“You better start running” war ein Satz von George Riggs, an den ich mich heute noch gut erinnere. Riggs war damals - im Sommer 2005 während meiner IJP-Gaststation in San José - Herausgeber der Mercury News. Inzwischen ist er es nicht mehr, der “Merc” gehört jetzt MediaNews und hat mehrere schwere Entlassungswellen hinter sich. Hunderte Jobs sind verloren gegangen. Besserung ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Wer kann, flüchtet. Wie es im Newsroom einer der größeren Qualitätszeitungen der USA jetzt aussieht, dokumentiert eine Fotoserie bei Flickr, aufgenommen von Martin Gee (Grafiker bei den Mercury News). Ich kann das nicht unbefangen ansehen, es trifft mich wirklich. Rich Ramirez hat sich wie ein Bruder um mich gekümmert, mir Dutzende Kollegen vorgestellt, immer ein Ohr gehabt.
Was mich erstaunt - dass wir in Deutschland immer noch so tun, als sei das alles weit weg. Die Mercury News sind - neben dem San Francisco Chronicle - der “canary in the coalmine”. Silicon Valley und die übrige Bay Area haben einen Grad der Online-Durchdringung im täglichen Leben erreicht, der es Print, zumal bei Tageszeitungen, sehr schwer macht. Auch die weiteren Faktoren sind bekannt - Rendite-Druck, wegbrechende Classifieds. Vor wenigen Jahren konnte man die gedruckte Mercury News kaum heben. Zu viel Werbung.
Wie man vor diesem Hintergrund noch Zeit damit verschwendet, auf sentimentale und vor allem ja irrationale Online-Hasser zu hören, warum man überhaupt mit ihnen diskutiert, das ist mir rätselhaft. Diese Leute sind für Verlage und Sender problematischer Ballast in den kommenden Jahren.
Was bei den Mercury News passiert, ist näher, als wir gerne glauben würden. Die Transformation ist unausweichlich, längst im Gange und, keine Frage, oft frustrierend und schwer zu verstehen. Aber bis zum letzten Drücker zu warten und einer Welt nachzutrauern, die nie wiederkommen wird, ist keine Lösung.

N82-Foto in der Großformat-Version ansehen | © Fabian Mohr

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Mit dem kleinen mobilen Knipsding fällt mir jetzt mehrmals am Tag auf, wie viele Bilder früher nur in meinem Kopf gemacht wurden - weil die Kamera halt zu Hause lag. Jetzt fotografiere ich einfach.
Vielleicht sind diese Fotos (und Videos) für Dritte nicht immer so relevant. Für mich allerdings sind sie kleine Notizen - wie visuelles, etwas introvertiertes Twittern. Das fasziniert mich in den vergangenen Jahren eh am meisten: Wie neue Hardware und Webservices (z.B. del.icio.us, Flickr oder Gmail) mir helfen, Sicherungskopien von meinem Gedächtnis zu ziehen, mit Verschlagwortung und Volltextsuche.
Nebenbei: Was passiert, wenn wir 80 sind? Stehen wir dann ratlos vor unseren jahrzehntelang gewachsenen Tagclouds?
Nachtrag, 14.4.: “The palest ink is better than the strongest memory” - chinesisches Sprichwort, gefunden bei Caterina.net. Weiter schreibt Caterina Fake (über Bücher-Rezensionen, die sie in ihrem Blog notiert): “To be able recover that something years later is like sending gifts to your future self.”