Explorehoward.com: “I will always feed you”

5. Juli 2008

Erst als ich mir “I will always feed you” zum dritten Mal in Folge angesehen hatte, fiel mir das graue, kleinteilige Rauschen rund um den Videoplayer auf. Der Artikel. (Ich habe ihn nie gelesen.)

“I will always feed you” ist eine bemerkenswert erzählte Foto/Video-Geschichte über einen Jungen mit Prader-Willi-Syndrom – ein Gen-Defekt, der unstillbare, immerwährende Hungergefühle bei den Betroffenen auslöst. Was man von dieser Produktion lernen kann: Wie wichtig Audio-Qualität ist; authentische Atmo, sehr präzises Timing. Wie sehr auch nur kurze Videosequenzen die Fotostrecke auflockern. Wie wenig man durchgehend Video braucht, wenn die Stills wirklich tragen.

Es ist letztlich auch egal, ob man so eine Geschichte als Soundslides oder Video produziert. Video bietet natürlich einen großen Vorteil – man kann Bewegtbild einfließen lassen. Die Essenz aber sind in diesem Fall starke Fotos und nahegehender Sound.

Ich möchte keinen Artikel mehr lesen, wenn ich durch multimediales Storytelling die Essenz und die Schwingungen einer Geschichte in wenigen Minuten aufnehmen kann. Text allein ist so – unbefriedigend.

(via del.icio.us/sethgitner)

3 Kommentare:



  1. Helga sagt:
    11. Juli 2008 um 10:16

    Text allein ist unbefriedigend. Hm. Aber genau das ist doch das Problem, dass dadurch, dass dem Leser alles so leicht präsentiert wird, der Text so sehr in den Hintergrund rückt. Zum einen wird die Phantasie des Lesenden nicht mehr herausgefordert. Und zum anderen sind viele Schreiber nicht mehr in der Lage Bilder heraufzubeschwören. Wo ist noch Raum für die klassische Reportage? Und wie viele Journalisten können sie noch schreiben?



  2. Fabian Mohr sagt:
    11. Juli 2008 um 10:48

    Was ich bei “I will always feed you” nicht verstehe und in vielen anderen Fällen auch nicht: Wieso man das Thema überhaupt noch in zwei Formaten produziert. Die geschriebene Reportage ist ja eine ehrenwerte Gattung, nur was hat sie neben einer multimedialen Präsentation noch verloren? Ich denke schon, dass es für jedes Thema eine optimale Umsetzungsform gibt - hier scheint es mir die Foto/Video-Reportage zu sein, nicht der lange Text. Andere Geschichten, an denen man visuell fast scheitern muss (das passiert garnicht so selten), sind dann sicher eher für Text prädestiniert. Ob Multimedia die Phantasie mehr oder weniger fordert - hängt das nicht ganz wesentlich von der Art der Produktion ab? Man kann Multimedia wie MTV machen, sicher. Aber Bilder heraufbeschwören, Bilder im Kopf anstoßen, den Zuschauer das Gesehene weiter-denken lassen, das zeichnet doch auch z.B. eine gute Fotostrecke aus.



  3. Jochen Eckel sagt:
    18. Januar 2009 um 20:40

    “I will always feed you” ist eine wunderschön gemachte Foto/Videoreportage. Weiß jemand mit welcher Software das produziert wurde? Soundslides ist es nicht.

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