Thema: Google Earth

Routen mit Handy und GPS “tracken”

Autor: Fabian Mohr | 2. Februar 2008 | Bisher 6 Kommentare

screenshot: nokia sports tracker displayed on google earth
Google Earth: Screenshot in der Großformat-Version ansehen

Der erwähnte Sports Tracker von Nokia hat sich beim ersten Feldversuch als sehr brauchbar erwiesen. Wie immer bei GPS dauert es ein paar Momente, bis das Signal steht. Doch dann kann man ganz normal losgehen und die Aufzeichnung läuft stabil. Hat man seine Tour beendet, kann man sich bspw. ein KML-File ausgeben lassen, es auf Google Earth anzeigen lassen und bei Bedarf dort weiterbearbeiten. Im Screenshot erkennt man, dass die zivile Version von GPS nicht auf den Meter genau arbeitet - der Autor ist nicht, wie der Verlauf der gelben Linie suggeriert, sturztrunken in Schlangenlinie durch Schwabing-West geirrt (jedenfalls nicht heute). Hier und da weicht die GPS-Ortung einige Meter von der realen Position ab. Aber die Straße als solche wird immer richtig lokalisiert.

Dass Nokia dieses Tool “Sports Tracker” genannt hat, liegt wohl an der Zielgruppe, von der man sich die meisten “Adopter” erhofft. Aber auch Journalisten können mit GPS-Tracking eigentlich sehr interessante Dinge machen - etwa einen Tag im Leben eines wahlkämpfenden Politikers “mittracken” und das abenteuerliche Kilometer-Pensum anschließend auf einer Karte visualisieren. Oder Reportage-Touren dokumentieren. Oder Knut und Flocke ein N82 hinter die Ohren tackern.

G8-Proteste: Fotostrecken im Quervergleich

Autor: Fabian Mohr | 3. Juni 2007 | Bisher 10 Kommentare

Die Ausschreitungen am Rande einer Kundgebung in Rostock gegen den G8-Gipfel sind eine gute Gelegenheit, die “Fotoarbeit” der großen Newsportale zu vergleichen. Zum Teil schwankt die Qualität der Bilder deutlich - man merkt genau, welche Reporter und Agenturen wirklich nahe dran waren, als die Lage außer Kontrolle geriet.

Eine Unsitte: Die Story in kleinen nachrichtlichen Fragmenten in den Bildunterschriften nachzuerzählen, statt sich auf die Beschreibung des Bildes zu beschränken. Dieses nicht bildgebundene Gelaber wird zum Bumerang, wenn sich Nachrichten weiterdrehen oder sogar Fehler auftauchen, die dann korrigiert werden müssen - nachgebessert wird im hektischen Tagesgeschäft bestenfalls im Artikel, aber so gut wie nie in den Fotostrecken.

Noch eine Beobachtung: Die Fotogalerien fühlen sich von der Präsentation her wie 1999 an. Niemand (außer heute.de, die aber mit ihren “friedlichen Protesten” inhaltlich hinterherhinken) verwendet Sound. Wenn man sich vorstellt, es wäre ein Team der New York Times, von MSNBC.com, von der Roanoke Times oder den Mercury News in Rostock gewesen - kaum anzunehmen, dass sie solche Konfektionsware abgeliefert hätten.

Spiegel Online

sueddeutsche.de

FTD

Focus Online

Stern.de

Faz.Net

Frankfurter Rundschau

n-tv.de

Ostsee-Zeitung

Welt.de

Tagesspiegel

NDR

heute.de

BBC News

oe24.at

Habe ich eine nennenswerte Fotostrecke vergessen? Bitte Link in die Kommentare, Danke.

Nachtrag: Es dauert (inkl. Recherche und Produktion) etwa 10 Minuten, eine kleine Infografik in Google Earth (Hilfe | Download) zu bauen, die erklärt, wo Heiligendamm liegt und wo in groben Zügen der Zaun um den G8-Gipfel verläuft. Zehn. Minuten. Kosten: Null Cent.

Sich im Kreis drehen: Google Maps Street View

Autor: Fabian Mohr | 30. Mai 2007 | Bisher 5 Kommentare

Interaktive Karten sind eines der wichtigsten Tools, mit deren Hilfe multimedial arbeitende Reporter in den kommenden Jahren ihre Geschichten erzählen werden. Heute hat Google Maps für mehrere US-Städte (San Francisco, New York, Las Vegas, Miami, Denver) ein Feature vorgestellt, das für Fotografen wie Online-Journalisten interessant ist: 360-Grad-Fotografien, die als Ergänzung zu Straßenkarten und Satellitenfotos eingeblendet werden können.

Nun sind solche Panoramen nicht neu - punktuell werden sie schon seit Jahren produziert. Das wirklich bahnbrechende ist die lückenlose Dichte, mit der Google ganze Straßennetze in 360 Grad abfotografiert hat.

Ein kleines Beispiel, wie dieses Street View-Feature für Fotografen relevant werden kann: Vor zwei Jahren war ich bei der Bundestagswahl in San Francisco - die erste Hochrechnung gab es um 9 Uhr morgens Ortszeit im Fernsehraum des Goethe-Instituts.

election party, goethe-institut

Als ich später dieses Foto von der etwas schleppenden “Wahlparty” in Flickr auf der Karte eintragen wollte, war mir nicht mehr klar, wo das Goethe-Institut exakt liegt. Bush Street, unteres Ende. Wo genau, welche Ecke? Da musste ich raten. Mit Google Maps Street View bin ich die Bush Street eben schnell abgelaufen, nach 2,3 Minuten und ein paar Drehungen stand ich vor dem Goethe-Institut. Street View ist (oder wird eines Tages) also eine echte Hilfe, um Fotos nachträglich korrekt zu geocodieren.

Auch sonst fallen einem viele Dinge ein, die man mit Street View anfangen könnte. “Locations” vorher ansehen. Artikel über Stadtviertel mit Deeplinks zu Panorama-Aufnahmen “bebildern”.

Oder einfach rumgehen. Und gucken, was so los ist.

Wer sich für interaktive Karten interessiert und tiefer in die Materie einsteigen will - es gibt einige lesenswerte Blogs:

Google Earth Blog
Google LatLong
Google Maps Mania
Google Karten

Google Earth mit eigenen Fotos

Autor: Fabian Mohr | 18. April 2006 | Kommentieren Sie diesen Artikel

Google Earth hat einige sehr spannende Features - vor allem die Möglichkeit, eigene Inhalte auf die Karten zu legen. Ich wollte schon länger mal eine lockere Liste mit so genannten Foto-Locations in den USA anlegen (auch als Alternative für Leute, die keine Lust haben, nur die touristischen Standards abzugrasen und lieber 1,2 Tage mit Kamera und Stativ in die Wüste ziehen).

Deswegen ein erster, völlig unvollkommener Anlauf mit Google Earth - einfach auf diesen Link klicken. Wer Google Earth noch nicht hat, kann es hier kostenlos installieren. Bugs und Anregungen bitte an moon2606 (at) gmail (punkt) com.

Frage mich übrigens, warum Google Earth nicht schon viel öfter verwendet wurde, um journalistische Geschichten umzusetzen - wenn es einen geografischen Dreh gibt, ist GE dafür ideal. Und weit spannender als Google Maps in 2D. Es wird ja in der Theorie immer wieder von non-linearen Erzählansätzen gesprochen, in der Praxis sieht man sie nur nie - weil der Aufwand zu groß ist? Mit einer Plattform wie Google Earth wäre es sehr viel einfacher, weil das Grundgerüst schon steht.