
N82-Foto in der Großformat-Version ansehen | © Fabian Mohr
Vorgestern saß ich mit einem sehr klugen Menschen beim Trinken und mit Blick auf dieses kleine Blog und diesen Artikel im Speziellen stand eine interessante Frage im Raum:
Warum eigentlich?
Ja, warum eigentlich.
Kurzer Exkurs: Vor ISO 800 gab es ein anderes Blog von mir - Notebook Onlinejournalismus. Es ging um Onlinejournalismus im engeren Sinne: Wo findet man gute Beispiele, welche Trends zeichnen sich ab, wo läuft es eher suboptimal, was kann man aus Fehlern lernen.
Notebook Onlinejournalismus ging an den Start, weil mir in meinem Brotjob damals furchtbar fad war; weil ich mich mit Kollegen aus der Branche austauschen wollte; weil mich gestört hat, wohin sich Onlinejournalismus in Teilen bewegt.
Dieses erste Blog war für mich als Journalist eine gute Erfahrung. Kurz vorher, 2001, hatte ich selber noch von einem blogähnlichen Dings auf die Flossen bekommen, nicht ganz unverdient.
Und auf einmal schreib ich selber in so ein Dings rein.
Ich habe Notebook Onlinejournalismus dann nach einigen Jahren auslaufen lassen und vom Netz genommen. Zum einen waren alle Geschichten erzählt - was nachkam, waren eigentlich nur Variationen der ständig selben Plots. Zum anderen hat mich, beim Blättern in älteren Einträgen, der Unterton befremdet.
Notebook Onlinejournalismus, als konstruktiv gehaltener Ideen-River gestartet, wurde mit der Zeit ein kleinkarierter Terrier. Nicht, dass es damals die Falschen getroffen hat. Au contraire. Aber wenn man nach ein paar Monaten seine alten Einträge durchliest und sich unwohl fühlt, ist das ein Signal.
ISO 800 war in zweierlei Hinsicht ein neues Ding. Weil es um Fotografie (später auch um Multimedia im weiteren Sinne) ging, nicht mehr um Onlinejournalismus. Und weil ISO 800 sehr strikt ein Blog sein sollte, das sich nicht mehr an den Unvollkommenheiten der Welt abarbeitet, sondern andere Leute vielleicht sogar ein klein wenig inspiriert - und keine schlechten Schwingungen streut.
Bisher klappt das ganz gut.
Es würde noch besser klappen, wenn dieses Blog ab jetzt wieder ignoriert wird von den alten Medien. Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen. Es ist Teil keiner Jugendbewegung, irrelevant und für nichts ein Beleg.
Warum ein Beitrag wie “Fehler im SZ-Artikel “Freie Hatz für freie Bürger?”
Zunächst mal - ich habe mich nicht darum bemüht, überhaupt thematisiert zu werden. Was als Hausmitteilung gedacht war, kam über Bande im SZ-Feuilleton an. Mit einem kleinen Fehler.
Ich hätte nun nicht erwartet, dass sich aus der Bitte um Korrektur ein Fortsetzungsroman entwickelt.
Vor allem hat mich überrascht, dass sueddeutsche.de auch hier wieder instinktiv in die falsche Richtung abgebogen ist. Irgendwo ist dann Schluss.
Wer hier wegen Foto und Multimedia mitliest, nicht wegen so Journalistenzeugs, der kann und soll bitte sitzenbleiben. Es geht nach dieser kurzen Unterbrechung weiter mit dem Hauptfilm. Vorher noch die Eisverkäufer.