
Dieses Foto in der Großformat-Version ansehen | © Fabian Mohr

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Am Rande der Neonazi-Kundgebung heute Abend in München hatte ich ein interessantes Gespräch mit einer jungen Frau aus einer der Antifa-Gruppen. Wer ich bin, “für wen” ich fotografiere, ob ich einen Presseausweis habe. (Das war übrigens eine lustige Frage - wenn man bedenkt, warum 99,5 Prozent aller Presseausweise wirklich angeschafft werden, hätte sie auch nach der Metro-Karte fragen können. So oder so, ich muss passen.)
Als das alles geklärt war, kamen wir auf Privacy - genauer gesagt zur Frage, was passieren kann, wenn Gegendemonstranten auf publizierten Fotos zu erkennen sind. Schwierig. Fotoreportage ohne Gängelungen ist ein hohes Gut. Wenn diejenigen, über die berichtet wird, bestimmen, was berichtet wird, haben wir alle ein großes Problem. Andererseits gibt es Grenzen - Persönlichkeitsrecht, Fairness. Nicht leicht, die richtige Mitte zu finden.
Als ich später nach Hause ging, konnte ich ihre Skepsis sehr viel besser verstehen. Aus den Reihen der Neonazis wurden die Gegendemonstranten stundenlang fotografiert und gefilmt (Polar Rose muss ihnen wie die neue Wunderwaffe vorkommen). An sich nichts neues - mich hat aber offen gesagt etwas überrascht, wie planmäßig diese Observation inzwischen geschieht.
Wo hosten diese Reichsbildwarte eigentlich ihre Fotos? Siebenlad? Flöckrrr??