Das Ganze, die Summe seiner Teile, ein Pferd aus Holz
Autor: Fabian Mohr | 3. September 2007 | Bisher 3 Kommentare
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Das da fand ich so wunderbar. Weil schöne Dinge nachmachen meine liebste Methode ist, um etwas handwerklich in den Kopf reinzubekommen, habe ich mich aufs Radl gesetzt, einen halben Nachmittag gefilmt und dann rumgespielt.
Wer es selber ausprobieren will:
Eine beliebige Szene in mindestens 4-6 Segmenten abfilmen, zum Beispiel 4 nebeneinander und 1-2 in der Ebene darüber. Es kommt auf das Motiv an. Man kann natürlich auch mehr Segmente filmen. Wichtig ist, dass sich die Segmente bei der Aufnahme halbwegs überlappen.
Jedes Segment einer Szene 10-20 Sekunden abzufilmen, ist ein praktikable Dauer - länger geht natürlich auch. Daran denken: Die kürzeste Sequenz definiert, wie lang das ganze Ensemble i.d.R. gezeigt werden kann.
Es sieht meistens besser aus, wenn sich in der Szene etwas bewegt. Leute, Autos, irgendwas.
Es ist kein Problem, wenn die einzelnen Segmente ein klein wenig wackelig sind, weil man mit der Hand gefilmt hat. Ich würde sogar sagen - es sieht besser aus. Man sollte nur nicht übertreiben, also künstlich rumschwenken. Das hab ich ein paar Mal versucht und wieder bleiben lassen.
Beim Schnitt zerlegt man jede Szene in die einzelnen Sequenzen und packt sie übereinander in eigene Video-Spuren. Dann reduziert man die Größe der einzelnen Sequenzen, damit man sie im Bild verschieben und nebeneinander plazieren kann. 20-40 Prozent der Originalgröße ist ein ganz brauchbarer Wert, man muss rumspielen je nach Bildmaterial. Es kann auch reizvoll sein, nicht alle Sequenzen auf die gleiche Größe zu reduzieren.
Wenn man die Sequenzen arrangiert - nicht versuchen, sie exakt aneinanderzufügen. Es klappt nicht, weil man sich beim Filmen bewegt hat, weil die Perspektiven nie ganz stimmen. Dass das alles wild aneinander getackert wird, macht den Reiz aus. Tipp: Die Deckkraft von einzelnen Sequenzen reduzieren (etwa auf 70-80 Prozent), damit man sie übereinanderlappen lassen kann, so wie schnell hingeworfene Negative auf einem Lichttisch. Die Übergänge sehen dann nicht zu hart, kantig aus.
