National Geographic Atmosphere ist ein faszinierendes Videopodcast-Format. Mein Favorit. Bis zu 20 Minuten nahezu uneditiertes und vor allem völlig unkommentiertes Fernsehen im wörtlichsten Sinn. Der Sonnenaufgang über den Tempeln von Angkor Wat. Serengeti-Käfern beim Rollen der Mistkugel zusehen. Urwald-Dämmerung im Kongo.
Klassisch, dabei famos produziert: Wild Chronicles, die Naturfilme von National Geographic.
Man kann die Filme antesten, ohne den Videopodcast zu abonnieren - alle MP4s werden kurz beschrieben und als Quicktime-Link angeboten.
Soundslides, ein Tool, das an dieser Stelle schon öfter erwähnt wurde, kann jetzt auch Videodateien (MOV/Quicktime und MP4) exportieren. Ein entsprechendes Plugin (19,95 USD, erfordert Vollversion von Soundslides) gibt es seit kurzem für den Mac, die PC-Version dürfte in absehbarer Zeit folgen.
Wer bisher seine Videopodcast-Version von Fotostrecken mühsam in anderen Programmen nachgebaut hat oder immer schon vorhatte, die vertonten Audio-Slideshows nebenbei auf YouTube oder andere Videoportale zu stellen, kann das in Zukunft unkompliziert erledigen. Screenshots im Tutorial.
Kein Zufall, dass der Videopodcast von ISO 800 gerade so ruhig ist - wenn das PC-Plugin kommt, reiche ich das eine oder andere MP4 nach.
Das elegante Daumenkino von Iraqi Kurdistan hat mich dann doch angefixt - da ich seit einigen Tagen mit einer neuen Canon EOS 30D dilettiere, konnte ich nicht widerstehen, auch das mal schnell auszuprobieren. Die Kamera spielt eine nicht unwesentliche Rolle dabei: Im Gegensatz zur EOS 300D hat die neue genug Speicher, um bis zu 30 Bilder in schneller Folge zu schießen.
Wenn man ein Stativ einsetzt, um die Sequenz exakt vom gleichen Punkt zu fotografieren, ergeben sich reizvolle Effekte. Abends kommt noch Blur dazu - auch bei Dauerfeuer belichtet die Kamera jedes Einzelbild eben so lange wie notwendig. Bewegen sich dann Objekte schnell durchs Bild - Straßenbahnen oder Passanten - kontrastieren diese verwischten Elemente mit scharf abgelichteten Bildpartien.
Hier ein paar kurze Sequenzen, in wenigen Minuten am Nordbad in München fotografiert, 372 Einzelbilder.
Durch die Numerierung der Frames ist es auch nicht so schwer, gleich ein paar Dutzend Bilder in der richtigen Reihenfolge zB. in Windows Movie Maker zu werfen und einen Film daraus zu generieren.
Tipp: Wer Filme aus mehreren hundert Bildern erstellt, bekommt zumindest bei WMM schnell Speicherprobleme. Umweg: Jede einzelne Sequenz als einen separaten Minifilm (maximale Qualität) exportieren - am Ende dann die Filmsegmente (nicht die Einzelbilder) zum gesamten Movie zusammensetzen.
Geht es nur mir so, dass leise und solide produzierte Fotoreportagen viel stärker wirken als sinnlos gepimpte Multimedia-Gozillas?
Es liegt wohl daran, dass die Rohmasse hier so gut ist.
Was hilft es, eine Agentur für fünfstellige Beträge Flash-Kulissen um den Content herum produzieren zu lassen - wenn die Fotos, wenn die Texte einfach nur mediokrer Shit sind?